2026-08-26 https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/cte-im-football-untersuchung-zeigt-gehirnschaeden-bei-vielen-verstorbenen-nfl-spielern-a-fd626972-d07a-4313-9193-8a92d69d6590 HaiPress


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NFL-Spiel zwischen den New England Patriots und den Seattle Seahawks (im Februar): Tackle als Gesundheitsrisiko?
Foto: Patrick T. Fallon / AFP
Wiederholte Zusammenstöße mit dem Kopf,wie sie beim American Football häufig vorkommen,können eine schwerwiegende Gehirnerkrankung verursachen. Davon gehen Fachleute schon lange aus. Die entscheidende Frage: Wie groß ist das Risiko für Spieler,an chronisch-traumatischer Enzephalopathie,kurz CTE,zu erkranken?
Eine aktuelle Studie im Fachmagazin »British Medical Journal« (BMJ) zeigt: Mindestens einer von vier NFL-Spielern,die in einem bestimmten Zeitraum starben,hatte CTE.
Zuletzt zeigten Studien mit verschiedenen Gruppen von Menschen,darunter NFL-Spielern: Wer über längere Zeit immer wieder Schläge oder Erschütterungen am Kopf bekommt,stirbt häufiger an den Folgen von Erkrankungen des Gehirns und Nervensystems als andere Menschen.
Bisher wurde jedoch nicht genau untersucht,ob die Veränderungen im Gehirn mit Beschwerden wie Gedächtnisproblemen oder Demenz zusammenhängen und wie häufig CTE in einer vollständig erfassten Gruppe tatsächlich vorkommt. Dort setzt die aktuelle BMJ-Untersuchung an.
Für die sechs Jahre von 2016 bis 2021 lagen besonders viele Spenden vor. In diesem Zeitraum starben 878 ehemalige NFL-Spieler. Die Gehirne von 235 dieser Spieler wurden untersucht. Bei 215 von ihnen – also bei 91,4 Prozent – wurde CTE festgestellt.
Darauf basierend berechneten die Forschenden eine vorsichtige Mindestzahl möglicher Betroffener: Selbst wenn man annimmt,dass nur die 215 untersuchten Spieler CTE bekamen,hätten mindestens 215 von 878 ehemaligen NFL-Spielern CTE gehabt. Das entspricht 24,5 Prozent – also etwa jedem vierten Spieler. Wichtig zu beachten: Die Studie sagt damit nicht,dass jeder vierte NFL-Spieler zu Lebzeiten auf jeden Fall die Krankheit bekommt.
Da die Gehirne von 643 Spielern nicht untersucht wurden,könnte der tatsächliche Anteil aber höher als 24,5 Prozent gewesen sein. Der mögliche Höchstwert liegt laut Studie bei 97,7 Prozent,gilt aber als äußerst unwahrscheinlich.
»Diese Daten und meine Erfahrung in der klinischen Behandlung von NFL-Spielern mit Demenz zeigen,dass wir Ressourcen für die Entwicklung einer Heilung bereitstellen müssen«,sagte Daneshvar weiter.
In den vergangenen Jahren haben die NFL-Verantwortlichen Maßnahmen ergriffen,um den Sport sicherer zu machen. Im Jahr 2022 etwa führte die NFL sogenannte Guardian Caps ein,spezielle Schaumstoffüberzüge für Helme,die zunächst im Training und ab der Saison 2024 auch im regulären Spielbetrieb erlaubt wurden. Allerdings ist die Nutzung während der Spiele freiwillig. Zusätzlich werden regelmäßig neue,sicherere Helmmodelle entwickelt und weniger sichere Designs ligaweit aussortiert.
alw
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